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  5. Die Konstruktion des sozialen Problems ‚Clankriminalität‘ in deutschen Tageszeitungen

Die Konstruktion des sozialen Problems ‚Clankriminalität‘ in deutschen Tageszeitungen

Eine diskurs- und metaphernanalytische Untersuchung
Publication date
2026-09-08
Document type
Dissertation
Author
Wollinger, Alexander
Advisor
Liebsch, Katharina  
Referee
Singelnstein, Tobias
Granting institution
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Exam date
2026-08-28
Organisational unit
Soziologie u.d.B. der Mikrosoziologie  
DOI
10.24405/24452
URI
https://openhsu.ub.hsu-hh.de/handle/10.24405/24452
Publisher
Universitätsbibliothek der HSU/UniBw H
Part of the university bibliography
✅
File(s)
openHSU_24452.pdf (2.24 MB)
Additional Information
Language
German
DDC Class
360 Soziale Probleme, Sozialdienste
Keyword
Clankriminalität
Soziologie sozialer Problem
Diskursanalyse
soziale Deutungsmuster
Medienberichterstattung
Metaphernanalyse
Abstract
Die Dissertation untersucht, inwiefern und mit welchen diskursiven Mitteln sogenannte „Clankriminalität“ in deutschen Tageszeitungen als soziales Problem konstruiert wird. Ausgangspunkt ist eine sozialkonstruktivistische Perspektive der Soziologie sozialer Probleme, ergänzt um Ansätze der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. Im Mittelpunkt stehen die Problematisierungsweisen des Phänomens, die daran beteiligten kollektiven Akteur:innen, soziale Deutungsmuster und Diskursstrategien sowie Unterschiede zwischen verschiedenen Medienangeboten.
Empirische Grundlage bilden 280 Zeitungsartikel aus Bild, Die Welt, Süddeutscher Zeitung und tageszeitung (taz) aus den Jahren 2018 bis 2022. Methodisch verbindet die Studie eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse mit einer Systematischen Metaphernanalyse und orientiert sich dabei insbesondere am Doing Social Problems-Ansatz sowie an der Wissenssoziologischen Diskursanalyse.
Die Ergebnisse zeigen, dass „Clankriminalität“ im untersuchten Printdiskurs überwiegend als problematischer und veränderungsbedürftiger Sachverhalt konstruiert wird. Dabei lassen sich drei zentrale Deutungsmuster rekonstruieren: „Clankriminalität“ als schwerwiegendes soziales Problem, als komplexes, heterogenes soziales Problem sowie als moralische Panik. Hegemonial ist die erste Deutung, die insbesondere von Bild und teilweise der Welt sowie von politischen Akteur:innen, Strafverfolgungsbehörden und Polizeigewerkschaften getragen wird. Ihre Konstruktion erfolgt unter anderem durch Dramatisierungen, Othering, stereotypisierende Kulturalisierungen sowie feindbildgenerierende Kriegs- und Organismusmetaphern und ist häufig mit Forderungen nach repressiven bzw. Nulltoleranzmaßnahmen verbunden. Die Süddeutsche Zeitung bietet demgegenüber stärker differenzierende Deutungen, während die taz vor allem die mediale und politische Problemkonstruktion selbst problematisiert.
Die Studie macht damit sichtbar, wie journalistische Selektions- und Deutungsprozesse sowie politische und polizeiliche Definitionsmacht ineinandergreifen und zur gesellschaftlichen Konstruktion, Stabilisierung und Legitimation eines kriminalpolitischen Problemwissens beitragen.
Version
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