Der Verantwortungsbegriff in der bundesdeutschen Arbeitswelt
Verständnis und Konsequenzen für die Berufsbildung
Translated title
The concept of responsibility within the German Federal realm of work : perception and consequences in the field of vocational education and training
Publication date
2026-05-26
Document type
Masterarbeit
Author
Granting institution
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
Exam date
2016
Organisational unit
Publisher
Universitätsbibliothek der HSU/UniBw H
Series or journal
Periodical volume
9
Part of the university bibliography
✅
File(s)
Language
German
DDC Class
370 Bildung und Erziehung
100 Philosophie
Keyword
Verantwortung
Handlungskompetenz
Heid, Helmut
Berufsbildung
Arbeitswelt
Trias von Verantwortung
Ambivalenz des (Selbst-)Verantwortungspostulats
Abstract
Der Verantwortungsbegriff ist heutzutage nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken. Nicht nur, aber insbesondere in der Berufs- und Arbeitswelt ist er von zentraler Bedeutung, insofern nicht zuletzt verantwortliches Handeln von beruflich Tätigen gefordert wird. Verantwortung wird jedoch sehr viel häufiger abstrakt gefordert als inhaltlich geklärt.
In der Berufsbildung, so meine in dieser Arbeit herausgearbeitete These, scheint der Fall auf grundsätzlicher Ebene klar: »Die Person, die eine Berufsausbildung absolviert hat, besitzt grundsätzlich die nötige Handlungskompetenz zur Entwicklung eines Verantwortungsbewusstseins für ein verantwortliches Handeln aufgrund eigener Bereitschaft und Befähigung.«
Im Lichte der mitunter ambivalenten Bedingungen und Gegebenheiten in unserem Leben und besonders auch in der Arbeitswelt ist die Lage jedoch eher opak. Unter der Forderung, Verantwortung zu übernehmen, stehen Arbeitende oftmals in einem Dilemma: Wo (Eigen-)Verantwortung gefordert wird, liegen eher (latente) Zwänge zu Leistungsdruck, die Pflicht zur Auftragserfüllung und eine Fremdverpflichtung zur Selbstverantwortung vor. Eher regelhaft, denn selten bewegen sich verantwortlich Gemachte oder Verantwortung Tragende dann auf einem schmalen Grat zwischen kollidierenden Verantwortungsbereichen. In der Summe liegt eine Ambivalenz des (Selbst-)Verantwortungspostulats in der Arbeitswelt vor.
Meine Arbeit entwickelt ein grundlegendes begriffliches Verständnis von Verantwortung, mit dem scheinbar einfache Forderungen nach Verantwortung - im Leben allgemein, aber auch im der Arbeitswelt im Besonderen - als trügerisch entlarvt werden können. Meine Arbeit fordert dazu auf, dort, wo von Verantwortung die Rede ist und diese gefordert wird, nach ihren inhaltlichen Bedingungen zu fragen und diese zu klären. Es gilt dabei: Verantwortlich für das eigene Handeln ist jemand nur dann, wenn es den eigenen freien Willen beinhaltet und nach Kriterien beurteilt, geplant und ausgeführt wird, die sowohl vom handelnden Subjekt, als auch von den von diesem Handeln betroffenen Dritten gleichermaßen (d. h. als freie und gleiche Diskursteilnehmer:innen), einvernehmlich und aus eigener Überzeugung (d.h. im Konsens) als verbindlich und handlungsweisend anerkannt wird.
In der Berufsbildung, so meine in dieser Arbeit herausgearbeitete These, scheint der Fall auf grundsätzlicher Ebene klar: »Die Person, die eine Berufsausbildung absolviert hat, besitzt grundsätzlich die nötige Handlungskompetenz zur Entwicklung eines Verantwortungsbewusstseins für ein verantwortliches Handeln aufgrund eigener Bereitschaft und Befähigung.«
Im Lichte der mitunter ambivalenten Bedingungen und Gegebenheiten in unserem Leben und besonders auch in der Arbeitswelt ist die Lage jedoch eher opak. Unter der Forderung, Verantwortung zu übernehmen, stehen Arbeitende oftmals in einem Dilemma: Wo (Eigen-)Verantwortung gefordert wird, liegen eher (latente) Zwänge zu Leistungsdruck, die Pflicht zur Auftragserfüllung und eine Fremdverpflichtung zur Selbstverantwortung vor. Eher regelhaft, denn selten bewegen sich verantwortlich Gemachte oder Verantwortung Tragende dann auf einem schmalen Grat zwischen kollidierenden Verantwortungsbereichen. In der Summe liegt eine Ambivalenz des (Selbst-)Verantwortungspostulats in der Arbeitswelt vor.
Meine Arbeit entwickelt ein grundlegendes begriffliches Verständnis von Verantwortung, mit dem scheinbar einfache Forderungen nach Verantwortung - im Leben allgemein, aber auch im der Arbeitswelt im Besonderen - als trügerisch entlarvt werden können. Meine Arbeit fordert dazu auf, dort, wo von Verantwortung die Rede ist und diese gefordert wird, nach ihren inhaltlichen Bedingungen zu fragen und diese zu klären. Es gilt dabei: Verantwortlich für das eigene Handeln ist jemand nur dann, wenn es den eigenen freien Willen beinhaltet und nach Kriterien beurteilt, geplant und ausgeführt wird, die sowohl vom handelnden Subjekt, als auch von den von diesem Handeln betroffenen Dritten gleichermaßen (d. h. als freie und gleiche Diskursteilnehmer:innen), einvernehmlich und aus eigener Überzeugung (d.h. im Konsens) als verbindlich und handlungsweisend anerkannt wird.
Description
Eingereicht als Masterarbeit an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg am 01. August 2016.
Cite as
Stobbe, P. (2026 [2016]): Der Verantwortungsbegriff in der bundesdeutschen Arbeitswelt. Verständnis und Konsequenzen für die Berufsbildung. Hamburg.
Version
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